Negative innere Glaubenssätze und erlernte Verhaltensmuster schaden unserem Selbstwert. Sie zu erkennen und zu verändern, führt langfristig zu innerer Kraft. Mehr zum Thema und wie sich der Selbstwert stärken lässt, erfährst du im folgenden Blogbeitrag.
Was versteht man unter Selbstwert? Bedeutung und Entstehung
Als Konzept ist Selbstwert vielschichtig zu verstehen. Eine kurze und prägnante Definition muss als Auftakt dieses Blogbeitrags deshalb ausreichen:
„Unser Selbstwert beschreibt, als wie wertvoll wir uns selbst empfinden. Damit nimmt er nicht nur Einfluss darauf, wie wir über uns selbst denken und fühlen, sondern auch auf unsere Handlungen.“
Für mich persönlich ist der Selbstwert eng mit jenen inneren Glaubenssätzen und Erfahrungen verbunden, die unsere Kindheit prägen. Je nachdem, was wir früh in unserem Leben erlernt und verinnerlicht haben, nehmen wir uns selbst wahr, definieren uns und zeigen uns nach außen. Insofern ist der Selbstwert (leider) stark fremdbestimmt.
So definieren sich viele Frauen über ihr Aussehen (Bitte so jugendlich wie möglich!), ihre Produktivität am Arbeitsplatz beziehungsweise als Hausfrau oder ihre Mutterrolle. Schon das allein mag schwierig anmuten. Ist der eigene Selbstwert zusätzlich an eine Person gebunden, mit der er steht und fällt – etwa die Partnerin oder den Partner, die Eltern, andere Familienmitglieder oder auch Vorgesetzte – wird es richtig problematisch.
Solche toxischen Beziehungen, die den Selbstwert untergraben, können nicht nur Gefühle wie Unwohlsein, Unsicherheit, Scham oder schlechtes Gewissen hervorrufen und sich negativ auf das Selbstbewusstsein auswirken, sie sorgen in der Regel für großen Leidensdruck. Höchste Zeit also, die Reißleine zu ziehen und an seinem Selbstwert zu arbeiten. Dazu braucht es in jedem Fall eines: Veränderung!
Negative Glaubensätze und Verhaltensmuster in der psychosozialen Beratung erkennen
Um den Selbstwert nachhaltig zu stärken, ist Veränderung notwendig. Damit diese gelingen kann, müssen wir jene verinnerlichten Glaubenssätze, die uns bremsen und schaden, erkennen und hinterfragen. Kommt dir Folgendes eventuell bekannt vor?
„Ich bin nur (liebens-)wert, wenn …“
„Ich bin nie gut genug!“
„Ich muss perfekt sein!“
„Niemand mag mich!“
„Ich sollte mich mehr anstrengen!“
Nicht immer bringen wir solche Glaubenssätze mit uns selbst in Verbindung. Sie wirken zwar oft unbewusst, nehmen deshalb allerdings nicht weniger Einfluss auf unser Verhalten, unsere Handlungen oder gar wichtige Lebensentscheidungen.
Typische Verhaltensweisen und Muster, die aus negativen Glaubenssätzen resultieren, sind etwa:
sich stets zurücknehmen
sich nicht trauen, die eigene Meinung zu sagen
nicht Nein sagen können
sich nicht abgrenzen können
die eigenen Bedürfnisse hintanstellen
sich zu viel zuzumuten
sich zu sehr beweisen wollen
Alles in allem führen solche und ähnliche Glaubenssätze und Verhaltensmuster nicht selten zu unangenehmen Situationen, die wir alle kennen. Wir bleiben etwa viel zu lange in einer Beziehung, die uns nicht mehr glücklich macht, harren an einem Arbeitsplatz aus, der uns nicht erfüllt, oder spüren unsere eigenen Bedürfnisse nicht, weil wir uns erst um jene anderer kümmern.
Wie aber erkennt man solche Glaubenssätze und/oder Verhaltensmuster nun?
Glaubenssätze sind meist tief in unserem Denken verhaftet, was sich sprachlich bemerkbar macht. Finden sich die Wörtchen „nie“, „immer“, „niemand“, „muss“, „sollte“, „darf nicht“ oder „kann nicht“ auffällig oft in deinen Gedanken oder deiner Sprache, solltest du genauer hinsehen. Macht sich in dem Zusammenhang ein unangenehmes Gefühl bemerkbar (Traurigkeit, Wut, Ohnmacht, …), hast du ziemlich sicher einen blockierenden inneren Glaubenssatz entlarvt.
Auch wenn sich Handlungen oder Entscheidungen intuitiv unstimmig anfühlen und mit negativen Gefühlen verbunden sind, ist Vorsicht geboten. Gut möglich, dass erlernte und verinnerlichte negative Verhaltensmuster dahinterstecken.
Wie immer gilt: Ist der Leidensdruck sehr groß, ist Psychotherapie eine gute Option, negative innere Glaubenssätze zu bearbeiten. Grundsätzlich können aber auch kleine Schritte bereits spürbar entlasten und Veränderung bewirken. Möglichkeiten für eine nichttherapeutische Begleitung sind etwa psychosoziale Beratung oder angeleitete Frauenkreise.
Kleine Schritte mit großer Wirkung: Veränderung durch Frauen*kreise und psychosoziale Beratung
Haben wir negative Glaubenssätze und Verhaltensmuster erst einmal entlarvt, geht es darum, sie sinnvoll zu verändern. Gelingt das, finden wir zu innerer Kraft und stärken unseren Selbstwert nachhaltig.
Ganz allgemein sind Selbstliebe und Selbstfürsorge wichtige Anker, wenn es um die Stärkung des Selbstwertes geht. Auf die eigenen Bedürfnisse achten, sich selbst Gutes tun, bewusste Me-Time sowie den Fokus fort von Defiziten und hin zu Stärken zu lenken, sind in dem Zusammenhang sinnvolle Ansätze.
Zwei Aspekte, die gerne unterschätzt werden, möchte ich an dieser Stelle gerne ebenfalls anführen:
- Das Kollektiv als Stärke nutzen: Obwohl wir Frauen nicht selten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, vergleichen wir uns im Alltag häufig und sind kompetitiv. Dabei macht es so viel mehr Sinn, das Kollektiv als Stärke zu nutzen – zum Beispiel in einem Frauenkreis!
- Körperorientierte Zugangsweise: Im Alltag vergessen wir häufig auf unseren Körper und unsere Intuition. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich zu spüren und Veränderungen zu bewirken. Atemübungen, Meditationen oder einfache Yoga-Übungen zum Beispiel. Ein angenehmer Nebeneffekt: Solche Methoden setzen weder sportliche Fitness noch Vorkenntnisse voraus.
Meine Kollegin Marie Bruge, Inhaberin von Yogamily und ich haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, um diese beiden Aspekte miteinander zu verbinden. Nähere Informationen dazu findest du hier: Frauenkreis „Ich bin es wert!“
Schau gerne bei uns vorbei, wir freuen uns!
(Beitragsbild aus Unsplash)